27. bis 31. März 2009

Ostseetour PREROW und BERLIN

                        

Diese liebevoll restaurierten und bunt bemalten Türen sind bauliche Wahrzeichen der Urlaubsregion Fischland, Darß und Zingst. Sie sind Zeugnisse seemännischer  Volkskultur und entstanden in jener Zeit, als die Männer der Halbinsel noch zur See fuhren.

Genau so positiv wie das Foto war die Stimmung auf der gesammten Tour...

Geflogen sind wir (...wie schon öfter...) mit EASYJET.

...und da hier oben über den Wolken immer die Sonne scheint, hat unser Kurzurlaub wirklich allerbestens begonnen :-)  

PREROW, das ist Sand, Küste, Reetdachhäuser, Naturschutzgebiet, Darß, Urwald und vor allem eines: Eine landschaftliche Schönheit.

Und unser "kleines" Häuschen war wirklich total herzig, stilvoll und heimelig. Und sooo groß, dass jede von uns ein eigenes Zimmer haben konnte. Wir haben uns so richtig pudelwohl gefühlt.

Die Gruppe war total harmonisch und gut gelaunt wie es nicht hätte besser sein können.

Hier seht ihr von links nach rechts: Barbara, Ulrike, Deborah, Juliane und Martina. Leider musste Marianne im Vorfeld absagen, aber großes Ehrenwort: Liebe Marianne, diese Tour wird im nächsten Frühjahr extra für dich wiederholt!!!

Und wo genau liegt PREROW?

Ganz ehrlich: Vor dieser Tour hatte ich keine Ahnung, dass es so einen wunderschönen Ort wie PREROW überhaupt gibt. Der Ort liegt auf einer Halbinsel im Norden von Mecklenburg-Vorpommern, inmitten eines naturbelassenen Naturschutzgebietes und Urwaldes auf dem sogenannten DARSS.

Nach der langen und ermüdenden Anreise mit Flieger und Bahn wollten wir bald nach unserer Ankunft natürlich nur noch eins: Hinaus in die freie Natur, an die Stöcke, sehen, wo wir da gelandet waren.

Zwischen der Ortschaft und dem Strand liegt ein breiter Waldstreifen, unterbrochen durch solche wunderschöne Seen. Nix Hotelbauten bis kurz vor der Wasserkante, richtig toll.

Und noch eine Neuheit: Hier an der Ostsee gibt es sogenannte "Seebrücken".

"Sie wirken mondän, nobel und wichtig. Die Seebrücke eines Ostseebades ist Schiffsanleger, Treffpunkt und Promenade zugleich. Kaum jemand kann sich der Faszination jener schlichten Holzstege entziehen, die teilweise mehrere hundert Meter weit ins Meer hinausreichen und Mittelpunkt jedes abendlichen Strandbummels sind. Die ersten Seebrücken wurden bereits vor über hundert Jahren in den Ostseebädern aufgestellt, ursprünglich als Landungsstege für den Bäderschiffsverkehr an der flachen Ostseeküste, später mehr und mehr als Vergnügungsattraktion oder Prestigeobjekt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es bereits 20 Seebrücken zwischen Boltenhagen und Ahlbeck. Nachdem die hölzernen Flaniermeilen zu DDR-Zeiten wenig Pflege erfahren hatten und zerfielen, ragen mittlerweile 19 neue Exemplare ins Meer. Die Seebrücke in PREROW misst stolze 390 Meter und ZINGST 270 Meter."

Barbara, ganz am Ende der Seebrücke mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht.

Juliane, ebenfalls mit einem glücklichen Gesichtsausdruck. Bestimmt freuten sich die Beiden da bereits auf unser selbstgekochtes Abendessen :-)

Samstag, 28. März 2009

Auf zur ersten großen Tour auf dieser Kurzreise:

Unser heutiges Ziel war "der Leuchtturm am Darßer Ort" (ca. 16 km, aber die Sandstrecke zählt bekanntlich doppelt...)

Gestartet sind wir beim Haus Kastanie, wie schon am Vortag bis zur Seebrücke. Von hier aus links herum, einige Kilometer am Strand entlang bis zum Prerower Nothafen.

Alle bestens gelaunt und guter Dinge, mit einem suuuper Frühstück im Bauch und noch ganz frisch und voller Tatendrang.

Der Weg zum Leuchtturm war total schön, super ausgebaut und zugleich doch irgendwie ursprünglich. An schwierigen Stellen wurden Stege gebaut oder so wie hier, Stämme ins Wasser gestellt, dass die Wanderer trockenen Fußes ihr Ziel erreichen können.

...und immer tapfer voran trotz Schlangenwarnung: unsere Ulrike :-)

Immer wieder führte uns der Weg durch kurze Waldstücke, die aber ebenfalls allerbestens ausgebaut waren.

Dieses Stück Natur ist ganz alleine den Tieren überlassen, betreten für Menschen verboten. Ein eindrucksvoller Bohlenpfad führt am Rande daran vorbei.

Wie ihr hier unschwer am Sand erkennen könnt, nähern wir uns so langsam wieder dem Strand.

...und fast zeitgleich mit dem super-tollen Weststrand kam auch die Sonne zum Vorschein.

...Genuss pur für Barbara und Deborah...

Und schon nach wenigen Metern am Strand entlang haben wir ihn endlich gefunden: Den LEUCHTTURM AM DARSSER ORT. Einzig und alleine die öde langweilige Farbe des Turmes war etwas ungewohnt, kannten wir doch bisher nur rot-weiß-geringelte Leuchttürme.

Keine Frage, natürlich sind wir die 126 Stufen im Turm hinaufgeklettert und haben die Aussicht genossen.

Die weitere Tour führte uns den Weststrand entlang immer in Richtung Ahrenshoop. Aber ganz so weit sind wir nicht gelaufen, da Nordic-Walking im Sand doch heftig anstrengend ist. Jeder Kilometer zählt da doppelt.

Total ungewohnt für mich war der Anblick des Waldes bis an den Sandstrand heran. Von der Nordsee her kannte ich da bisher nur einen Dünengürtel oder Ortschaften, aber keinen Wald.

Und auch die Ostsee war ein ungewohnter Anblick: so ruhig, so gezähmt, so wellenlos, ganz anders wie die "große Schwester" auf der anderen Seite, die raue, unbändige, wilde, stürmische Nordsee...

Strandholz gibt es hier jede Menge, das liegt vermutlich an der Nähe des Waldes :-) Und in den Souvenierläden sieht man so manche kreative Idee, was man mit so einem Stück Holz alles machen kann... (aber ja nicht fotografieren, das mögen sie nicht...)

Stellenweise extrem weißer Sand hat unseren Blick gefesselt...

...und wenige Meter vom Strand entfernt sieht es dann gleich wieder so aus: tiefster Urwald. Beeindruckend.

Und wie wir von einem einsamen Tierbeobachter erfahren haben, steckt der Wald hier voller Leben, jedenfalls wenn nicht grad eine Horde Nordic-Walker durchs Gelände eilt. Rotwild, Wildschweine, Otter, Ringelnattern und Kreuzottern um nur ein paar zu nennen. Natur pur halt.

Und nach unserer Rückkehr in PREROW sind wir dann noch ganz spontan in einer total süßen kleinen Teestube eingekehrt.

TEESCHALE heißt das Haus und hat von innen wirklich gehalten was es von aussen versprochen hat. Super Teesorten und tolle Kuchen.

...und natürlich ziemlich voll. Aber wir hatten großes Glück, es wurde grad ein Tisch frei.

Mit von der Partie war dieses Mal erstmalig (...und hoffentlich nicht zum letzten Mal...) Deborah, eine Freundin von Barbara aus Berlin.

Super schön, dass du dich auf dieses Abenteuer eingelassen hast, kompliment :-)

29. März 2009

Heute haben wir uns für den total naturbelassenen BODDENWANDERWEG von PREROW nach ZINGST entschieden, und das war wirklich eine gute Idee. Nachdem wir den Eingang zum Weg erst mal gefunden hatten, überraschte diese Tour durch eine total schöne Landschaft.

BODDEN

"Zu den landschaftlichen Besonderheiten dieser Urlaubsregion zählen die BODDEN. So nennt man Meeresbuchten an Flachküstenabschnitten mit zahlreichen Untiefen und einem unregelmäßigen Umriss. Im Küstensaum von Mecklenburg-Vorpommern erstreckt sich dieser Küstentyp auf der Binnenseite der Inseln Rügen und Hiddensee sowie der Halbinsel Fischland, Darß und Zingst. Die Umweltgegebenheiten bieten Brutvögeln einen idealen Lebensraum. Hier brütet unter anderem auch die inzwischen unter den Nordic-Walkern berühmte STOCKENTE" (...grins...)

Und wir waren nicht alleine unterwegs. Menschen gab es zwar kaum, dafür aber diese Schafherde, die wir vermutlich bei ihrer Siesta gestört haben.

Aber großzügigerweise haben sie den Weg frei gemacht als sie uns gesehen haben...

Noch war der Himmel hochnebelverhangen, die Landschaft aber hat mich beeindruckt. Natur pur so weit das Auge blicken konnte, keine störende Industrie, keine Menschenmassen, nichts Negatives.

Und dann plötzlich, aus dem Nichts sozusagen, ein Raddampfer.

Deborah

Ulrike

Juliane

...und wieder BODDEN, BODDEN, BODDEN... Dieser Weg zog sich irgendwie endlos...

Aber irgendwann hatten wir es geschafft und waren in ZINGST, dem Nachbarort von PREROW. Zingst ist größer, fast schon mondäner, nicht mehr so heimelig wie Prerow und es waren viel mehr Menschen unterwegs.

Diese Skulptur heißt: "DIE LIEBE" und steht mitten auf der Zingster Seebrücke. Kunst an allen Ecken und Enden findet man auf dem Darss.

Zurück sind wir dann von Zingst aus großteils am Strand gelaufen, von Seebrücke zu Seebrücke sozusagen. Die ganze Tour war etwa 20 Kilometer lang und total schön.

Nordic-Walking am Strand, fast möchte man sagen, es gibt nichts Schöneres...

...ausser vielleicht Nordic-Walking am Strand und dann noch einen traumhaften Sonnenuntergang dazu...

Und leider war das auch schon unser Abschiedsabend in dieser herrlichen Gegend. Nach dieser Tour waren wir noch Pizza essen und dann wurden schon so langsam die Koffer gepackt. AUF NACH BERLIN!!!!

30. März 2009

Die Zugfahrt von Prerow nach Berlin war so was von langweilig ... Aber irgendwann geht auch die längste Zugfahrt zu Ende und WIR WAREN DA. In Berlin.

Hier am Hauptbahnhof sind wir gelandet und dieses neue Gebäude ist schon sehr beeindruckend. Leider wird in den nächsten Jahren alles drum herum zugebaut, so dass das Gebäude vermutlich nicht mehr so zur Geltung kommt.

Natürlich hatten alle nach der Zugfahrt erst mal "Kaffeedurst" und so führte uns Barbara in die "S-Bahn-Bögen" (...oder so ähnlich...), welche vor einigen Jahren ausgebaut wurden und echt sehenswert sind.

Anschließend gings gleich weiter mit der U-Bahn und dem Bus bis zu unserer gebuchten Jugendherberge im Norden von Berlin. Anmerkung für Deborah: Wir habens gleich gefunden!!! :-)

Aber natürlich hielt uns nach dem Koffer abstellen und Bett beziehen nichts mehr hier und wir sind gleich wieder los in die Stadt, wo wir uns mit meiner Cousine Claudia getroffen haben.

Claudia, ein ganz ganz herzliches Dankeschön für deine Führung durchs nächtliche Berlin. Schön, dass wir uns mal wieder gesehen haben.

Wir waren in den "Hackesche Höfen" und sind anschließend die Oranienburger Straße hochgebummelt bis zu einer typisch Berliner Kneipe. Das Ambiente war wirklich klasse, aber muß denn wirklich Zucker in den Salat und Zimt ans Rotkraut (...igitt...) ??? Aber den Berlinern schmeckt dann unser saurer Salat vermutlich auch nicht so besonders...:-)

Juliane und Deborah zu späteren Stunde...

...Nun sage mir, liebe Deborah, auf einer Skala von 1 bis 10, wie hat es dir mit uns gefallen??? (...hihi grins...)

Ulrike

Claudia und Martina

...und noch mal die ganze Gruppe...Barbara musste leider einen Tag früher heimreisen, schade...

Mit knapper Not haben wir nach diesem tollen Abend grad noch den letzten Bus um 00.45 Uhr zurück zur Jugendherberge erwischt, sonst hätten wir echt ein Problem gehabt....

31. März 2009

BERLIN, wir kooooomen.....

Dieser Tag war wohl ein typischer Touristentag, nix Nordic-Walking. Nach dem Frühstück sind wir gleich los in die Stadt. Wir wollten an einem Fußgänger-Stadtrundgang teilnehmen, der es echt in sich hatte. Die Laufstrecke betrug in den drei Stunden ca. 6 Kilometer und der Tourguide, Gregor, ist vor lauter Insiderwissen nur so übergesprudelt. Er hat seine Sache total gut gemacht, perfekt, und wir haben unheimlich viel über die Stadt erfahren, was auf einer Busrundfahrt überhaupt nicht möglich ist.

Hier seht ihr Gregor gleich am Anfang unserer Tour. Ein Student, der sich so seinen Lebensunterhalt verdient. Diese Touren werden zwar kostenlos angeboten, aber natürlich fällt das Trinkgeld dementsprechend hoch aus. Und Gregor war wirklich sehr gut!!!!

Start und Endpunkt für diese Tour war das Brandenburger Tor. Wer mal in Berlin ist, diese Tour findet täglich statt, immer von 11 bis 14 Uhr.

Total beeindruckend fand ich das Holokaust-Denkmal. Man läuft hinein und denkt erst mal gar nichts. Es ist unscheinbar, ein paar kleine Betonquader, was soll daran an den Holokaust erinnern? Das Ganze ist so angelegt, dass man zunächst nur einen kleinen Teil überblicken kann. Alles ist übersichtlich, wohlgeordnet. Aber dann, ganz plötzlich, wachsen einem diese Betonquader über den Kopf. Werden unüberwindbar, immer mehr, immer höher, immer gewaltiger, immer unbegreiflicher, immer schlimmer und man fängt vielleicht an zu begreifen...

Mitten drin...

Und hier eine kleine Erinnerung an das Berlin meiner Kindheit. Die Berliner Mauer. Dieses Stück hier ist die "4. Mauergeneration", zu erkennen an dem aufgesägten Rohr obendrauf. 150 Meter dieses Bauwerkes sind an dieser Stelle noch erhalten, an anderer Stelle gibt es noch ein 1,5 Kilometer langes Stück, zur Erinnerung, zur Mahnung, zur Abschreckung, wer weiß...

...nur solche Löcher hatte die Mauer vor 20 Jahren ganz gewiss nicht...

Im Innenbezirk von Berlin ist die ehemalige Mauer nur noch durch diese Pflastersteine zu erkennen, die den ehemaligen Verlauf anzeigen. Dieses Stück hier ist vor dem ehemaligen "Checkpoint Charlie", dem wohl bekanntesten Übergang von West nach Ost in Berlin.

Wieder zurück am Ausgangspunkt noch schnell ein Foto vor dem wohl bekanntesten Tor in Deutschland, bevor es weiterging zu unserem nächsten Termin: Die Reichstagbesichtigung.

 

Es ist wirklich ganz ganz große Klasse, wenn es jemanden gibt, der einem so ganz privat durch den Reichstag und alle angrenzenden Gebäude führt, wirklich, einmalig und wunderbar. Unser privater Guide hat uns wirklich restlos alles gezeigt, was es da zu sehen gab.

Zur Orientierung hier ein kleiner Plan. Rechts oben wo der rote Punkt ohne Gebäude ist, da steht das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Alle Gebäude sind durch Brücken oder unterirdische Tunnel miteinander verbunden. Wir sind sogar unter der Spree durchgelaufen. Toll.

Besichtigt haben wir sie alle und sie sind wirklich total beeindruckend in ihrer Architektur und mit ihren Kunstwerken.

Hier seht ihr übrigens das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Es ist eine architektonische Meisterleistung und beinhaltet hauptsächlich die Bibliothek des Regierungsviertels.

Diese Kunst haben wir im Jakob-Kaiser-Haus gefunden.  Die Künstlerin heißt Christiane Möbus.

 

Das Paul-Löbe-Haus beherbergt Ausschüsse des Bundestages

 
 

Zwischen den Flaggen von Baden-Württemberg und Deutschland, im Hintergrund die Frau Bundeskanzler, was will man mehr...

 
 

Und dann das Herzstück: Der Plenarsaal.

Das Plenum ist der Mittelpunkt des Deutschen Bundestages: Das Plenum ist die Gesamtheit der vom Volk gewählten Abgeordneten. Die Sitzungen sind in aller Regel öffentlich und finden im Plenarsaal statt, der sich in der Mitte des Reichstagsgebäudes befindet.

Auf diese Weise wird Demokratie lebendig und transparent, denn hier werden die wichtigsten Aufgaben des Deutschen Bundestages sichtbar: die Gesetzgebung, die Wahl des Bundeskanzlers, die Kontrolle der Regierung und die Ausübung der Budgethoheit. Die Zusammensetzung des Plenums, also die Verteilung der Sitze auf die verschiedenen Parteien, errechnet sich aus dem Ergebnis der Bundestagswahl.

Und wir waren da.... Nur leider kein einziger Politiker...Schade... :-)

Und hier die total berühmte und weithin bekannte Kuppel auf dem Reichstagsgebäude. Das Ding ist wirklich beeindruckend riesig...

...und eine architektonische Schönheit.

Am Schluss möchte ich dir, liebe Barbara, noch ein ganz ganz dickes Dankeschön sagen, dein Tourvorschlag war wirklich total prima.

Und ein super-herzliches Dankeschön an alle meine Teilnehmerinnen, ihr ward wirklich ein phantastisches Team, in jeder Beziehung.

Fazit: Na, wie immer halt...

PREROW, wir kommen wieder!!!!!!

(Nein, das soll keine Drohung für eventuelle Bus- oder Taxifahrer, Hunde oder Pferdebesitzer, Ladeninhaber oder WC-Frauen sein, überhaupt nicht... Und auch eventuelle ältere Herren die sich Sorgen um den Asphalt in ihrem schönen PREROW machen sollen sich dadurch nicht bedroht fühlen, nein, sicher nicht...)