28. Oktober bis 01. November 2008

Große Nordic-Walking-Tour auf

Sylt / Amrum (...Trainingslager :-))

Sylt ist "Meer": stilles, melancholisches Wattenmeer im Osten, gischt sprühende Brandung im Westen, wo die donnernden Wogen der offenen Nordsee an einen makellos weißen Sandstrand rollen.

Die Insel ist gesegnet mit landschaftlichen Schönheiten, und genau diese haben wir auf unserer 5-tägigen Tour erkundet.

Die "Königin der Nordsee" ist mit 99km2 die größte der Nordfriesischen Inseln. Knapp 40 km lang und zwischen 500m und 12 km breit, liegt sie gleichsam als Wellenbrecher schützend vor der Festlandküste.

Auf der Karte könnt ihr wunderschön die Nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr erkennen sowie einige Halligen, das Festland und einen Teil Dänemarks mit der Insel Römö.

Gewohnt haben wir ganz am unteren Ende von Sylt in einem kleinen Ort namens HÖRNUM.

Das Wörtchen "WIR" bezeichnet eine super-harmonische Frauengruppe mit dem gemeinsamen Ziel, die Inseln Sylt und Amrum kennen zu lernen.

"WIR", das sind von links: Juliane, Ulrike, Birgit, Susanne und kniend Heike und Martina.

Die erste Frage die einem begegnet wenn man von der Nordsee nach Hause kommt ist immer: "Und, wie war das Wetter???"

Ich würde mal sagen, das Wetter war deutlich besser wie daheim. Wir hatten fast immer strahlenden Sonnenschein, relativ wenig Wind und angenehme Temperaturen. Wenn man bedenkt, dass es in Grenzach geschneit hat...

Einzige Ausnahme war unser Ankunftstag. Da hat uns die Insel Sylt in ihrem allerbesten GRAU und NASS empfangen. So als ob sie uns testen wollte, ob wir es wirklich ernst meinen :-)

Aber wen störts? Ist doch alles nur eine Frage der richtigen Kleidung! Und die hatte jede von uns dabei.

Und wer so strahlend lachen kann, der hat wahrlich kein Problem mit dem Regen. Auf dem Foto seht ihr Ulrike, Juliane und Susanne.

Birgit, Heike und Martina

Ankunftstag

Die heutige Tour führte uns um die "Hörnumer Odde", die Südspitze der Insel. Kein Syltbesucher sollte sich eine Umrundung der Odde entgehen lassen. Nirgendwo auf Sylt ist die Abtragung des Strandes duch die nagende Nordsee so spektakulär wie hier. Die Odde ist extrem sturmflutgefährdet. 1962 und 1973 durchbrach das Wasser die Dünenketten vor dem Muscheltal. 1989 wurde der Zipfel südlich des Muscheltals weggespült. Unwiederbringlich. Die Tour um die Odde dauerte vor 30 Jahren noch gut 3 Stunden und ist heute wegen dem Landschwund in 1 1/2 zu bewältigen. Im Winter ist der Strandweg für einige Monate gesperrt, da sich in dieser einsamen Zeit die seltenen Kegelrobben mit Jungtieren einfinden.

Gestartet sind wir in der Jugendherberge (leicht links über dem H von Hörnum) und dann alles am Strand entlang bis wir auf Höhe der JHB wieder "festen Boden unter den Füßen" hatten.

...und es hat geregnet...und geregnet...und geregnet...

Dünen und Strand holt sich das Meer. Sylt liegt mit der Breitseite quer zur Hauptangriffsrichtung von Wind und Wellen. Schon bei einer Windstärke von 7/8 tobt die Brandung erbarmungslos gegen die Insel und verursacht Landverluste, gegen die bis heute kein wirksames Mittel gefunden worden ist. Die Insel wird immer schmaler, die Odde immer kleiner, die Gefahr eines Durchbruchs wächst.

Mir diesen Tetrapoden aus Beton versuchten die Sylter in den 1960er Jahren, ihre Küste zu schützen. Leider erfolglos. Diese Dinger sind einfach nur hässlich und begünstigen zudem das Fortschwemmen des Sandes.

2. Tag

Rantum-Becken

Die Umwanderung des Rantum-Beckens, das seit 1956 vom Verein Jordsand betreut wird, gehört zu den schönsten Wandertouren auf Sylt. Gut 5 km ist der Aussendeich lang, der das Vogelschutzgebiet vom Wattenmeer trennt.

Entstanden ist dieses einzigartige Vogelparadies 1936/37 durch die damalige Wehrmacht. Diese ließ 560 ha des Wattenmeeres eindeichen und als Start- und Landeplatz für Wasserflugzeuge künstlich aufstauen

Wir haben diese Tour auf etwa 22 km ausgedehnt und dabei ganz viel von der Insel kennen gelernt.

Begonnen haben wir unsere Tour mit einem sensationellen Blick auf die wilde Nordsee. Das Wetter hatte sich über Nacht deutlich gebessert. Gestartet sind wir etwa 3 Kilometer unterhalb von Westerland, dann alles am Strand entlang abwärts bis nach Rantum, um das Rantum-Becken herum, durch viele Wiesen und Weiden wieder zurück bis an die wilde Westküste und dann gemächlich weiter bis nach Westerland. Diese Tour war mega-anstrengend und ich denke, alle waren froh als die Häuser von Westerland langsam näher kamen :-)

http://www.myvideo.de/watch/5492251/Sylt_Rantum_am_Strand

Susanne und Heike, für sie war es der erste Besuch auf Sylt.

Martina und Juliane, ich war schön öfter hier, Juliane zum ersten Mal.

Ulrike war im Sommer schon da und für Birgit war es ebenfalls der erste Urlaub auf dieser wunderschönen Insel.

Um diese Jahreszeit (und Uhrzeit...) trifft man nicht mehr so viele Menschen am Strand (im Sommer waren es viiiiiiel mehr) aber dafür kann man so manches Tier beobachten, vor allem die frechen Sylter Möwen...

...und ganz witziges Strandgut. Dieser alte Schuh war total mit Muscheln bewachsen.

...fehlen eigentlich nur noch das Handtuch und der Bikini...

...egal ob im Strandkorb - oder auf dem Bänklein - ...

...mal kurz verschnaufen und den Blick übers Meer schweifen lassen, innehalten, still werden und die Gedanken ziehen lassen...

...bevor wir uns dann ganz langsam dem Hauptziel unserer Tour genähert haben, dem Rantum-Becken. Ganz hinten könnt ihr übrigens die hässlichen Häuser von Westerland erkennen, absoluter Stilbruch, Bausünden aus der Nachkriegszeit. Heißt es doch in einem bekannten Reiseführer nicht umsonst:

"Zum Glück ist Westerland nicht Sylt."

Das Rantum-Becken ist ein ganz fantastisches Stück Natur welches mich immer total berührt. Hier gibt es ausser unzähligen Vögeln eigentlich nur noch Schafe und gelegentlich ein Tourist (in der Hauptsaison vermutlich mehrere...) Ganz witzig war das eine braune Schaf in der weißen Herde.

Immer wieder beeindruckt mich die absolut gerade Linienführung auf dieser Tour.

http://www.myvideo.de/watch/5492974/Rantum_Becken

Heike

Susanne

Nirgens ist die Insel Sylt so schmal wie hier in Rantum, nur 500 bis 600 m, Tendenz abnehmend. Durch seine Randlage ist der Ort besonders gefährdet -  immer wieder wurden in der Vorzeit Häuser von der See verschlungen oder vom Dünensand zugeweht.

Nach der Umrundung des Beckens führte uns unser Weg wieder zurück an den wunderschönen Strand...

...wo wir uns ein halbes Stündchen im Strandkorb genehmigten. Es war sonnig, warm, wenig windig und wir waren alle leicht erschöpft nach der ungewohnten Lauferei im Sand - und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die eine oder andere Dame eingeschlafen ist...

Und als Belohnung haben wir uns in Westerland eine "TOTE TANTE" oder einen "PHARISÄER" gegönnt...

3. Tag

 Sylter Ellenbogen

Den dritten Tag haben wir ganz oben im Norden der Insel Sylt verbracht.

Doch bevor es los ging, haben wir eine

...GANZKÖRPER-KLIMA-DINGSBUMS-THERAPIE...

gemacht.

Es wurde grad erst hell, das Wasser hatte etwa 10 Grad, die Luftthemperatur betrug 3 Grad - und wir sind "baden gegangen".

"Das Meer wäscht alle Übel vom Menschen ab", schrieb der Grieche Euripides gegen Ende des 5. Jahrhunderts. Ein weiser Mann!!!

Und bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde "aus medizinischen Gründen" das "NACKTBADEN ZU JEDER JAHRESZEIT" empfohlen.

Juliane und Ulrike, ich bin unheimlich stolz auf euch!!!!!

http://www.myvideo.de/watch/5495002/Ganzkoerper_Klima_Dingsbums_Therapie

Nach diesem aufregenden Badeerlebnis und einem super Frühstück sind wir dann aufgebrochen zu unserer tollen Tour um den Sylter Ellenbogen.

Der Ellenbogen ist Sylts und damit auch Deutschlands nördlichster Zipfel: Brandung, Watt und einsame Dünen.

An der Ostspitze treffen die offene Nordsee und das Wattenmeer aufeinander, deutlich an den schaumgekrönten Wirbeln zu erkennen.

Da der ELLENBOGEN in Privatbesitz ist, wird für Autos, Motorräder und Fahrräder eine Mautgebühr verlangt. (...im Kassenhäuschen wohnt ein süßes kleines Dackel-Baby :-))

Auf diesem Foto seht ihr uns am definitiv nördlichsten Punkt in Deutschland.

Im Hintergrund kann man ganz schwach die dänische Insel Römö erkennen.

Landschaftlich ist es phantastisch. Unberührte Natur so weit das Auge reicht, einzelne Touisten waren unterwegs, einzelne Schafe und viele Vögel. Und sogar eine Robbe haben wir durchs Wasser schwimmen gesehen.

Und hier der wohl bekannteste Blickwinkel auf der ganzen Insel. Der 100 Jahre alte nördlichste Leuchtturm Deutschlands eingebettet in Sand, Meer und Dünen - traumhaft schön.

Juliane und Martina

...Lebensfreude pur...

Hier an dieser Stelle haben wir den Strand verlassen, sind ein Stück durch die Dünen und die letzten paar Meter auf einer befestigten Straße gelaufen.

Birgit, traurig, dass die Tour zu ende ist???

Ulrike

Susanne

Heike

Der zweite Leuchtturm, etwas kleiner aber mindestens genau so schön wie sein großer Bruder.

Juliane

Nach dieser (Tor)Tour war uns allen nach einem "heißen, friesischen Getränk" und so haben wir uns aufgemacht nach Kampen, dem "Ort der Reichen und Schönen" um das mehrfach empfohlene Cafe Kupferkanne aufzusuchen.

Das 6 km nordöstlich von Westerland gelegene Kampen (ca. 660 Einwohner) ist in architektonischer Hinsicht bodenständig geblieben. Reetgedeckte Friesenhäuser säumen die Straßen, ducken sich zwischen Dünen und Heidehügel. Schon früh waren die Kampener daran interessiert, den malerischen Charakter ihres Ortes zu erhalten. Nach der heute noch gültigen Bauordnung aus dem jahr 1913 dürfen keine Häuser gebaut werden, die höher als 8 m sind. Der Abstand zwischen den Häusern soll mindestens 25 Meter !!! betragen - ein beachtliches Maß, zieht man die Kampener Grundstückspreise in Betracht.

Die rot geklinkerten Reetneubauten sind überwiegend Zweitwohnsitze gut betuchter Zeitgenossen. Die Möglichkeit auf Prominenz zu stoßen, erhöht den Reiz eines Bummels durch den mondänen Ferienort. Wohl nirgendwo in Nordeuropa sind auf so kleiner Fläche so viele Luxuslimousinen, Nobellokale und Edelboutiquen zu finden.

Einen Abstecher wert ist das weithin gerühmte Cafe Kupferkanne mit seinem Park. Es gehört zu den Highlights eines Sylturlaubs, hier an einem sonnigen, warmen Nachmittag einen Apfelkuchen mit Sahne zu verzehren (...hätten wir das nur mal getan...)

Die Innenräume sind sehenswert. Entstanden ist der Bau aus einem alten Bunker in der Nachkriegszeit, ständig erweitert und ausgebaut worden und heute eine Lokalität, in welcher man sich fast verirren kann. Auf dem Rückweg vom WC hat sich bestimmt schon so mancher Gast verlaufen und mußte dann seinen Kaffee kalt trinken :-)))

Acht Tage vor Kriegsende setzte der 35jährige Bildhauer Günter Rieck als Oberleutnant der Kriegsmarine im Hafen von Hörnum zum ersten Mal einen Fuß auf das Eiland. Als Quartier wurde ihm nach der Kapitulation ein halb in die Erde eingelassener Flakbunker in Kampen neben einem der 800 Hünengräber der Insel zugewiesen. Der Bildhauer grub sich ein Schlafzimmer in die Erde, meißelte ein großes Fenster in die Bunker und hatte ein Atelier, in dem er Vasen aus Wattschlick formte.
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Bald kamen die ersten Freunde, die es ebenfalls auf die Insel verschlagen hatte zu einem Glas Wein vorbei. Ernst von Salomon, der in einem Bunker nebenan seinen Bestseller "Der Fragebogen" schrieb, Hjalmar Schacht und Schauspieler Matthias Wiemann.
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Aus dem Künstleratelier wurde 1950 ein Künstlerlokal: "Die Kupferkanne". Weit ging von der "Kupferkanne" der Blick über Heide und Watt. Das Innere des alten Bunkers aber verwandelte sich In ein Labyrinth der Behaglichkeit. Verwinkelte Gänge und schmale Stufen führten zu verwunschenen Grotten, die nur von Kerzenlicht erhellt wurden.

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4. Tag

 Radtour auf Amrum

...doch bevor es losging, mußten wir zwei Stunden auf unser Schiff warten, da der Veranstalter beschlossen hatte, etwas früher in die Winterpause zu gehen :-(

So hatten wir noch genug Zeit, um Willi (eigentlich Wilhelmine) guten Tag zu sagen. Diese reichlich fette Kegelrobbe wohnt im Hörnumer Hafen und lässt sich von den Touristen mit Fisch füttern, welcher eigens zu diesem Zweck an einem Stand erworben werden kann. Nicht wirklich Tierliebe, aber wer kann diesem Blick schon widerstehen...

Eine halbe Stunde in den Strandkörben zu verbringen war auch ganz nett, allerdings war es an diesem Vormittag nicht allzu warm und so sind wir bald darauf "umgezogen" ins Cafe Lund.

 

Und dann ein weiteres Highlight auf unserer Highlight-Tour: Die schöne Insel AMRUM.

Unser Schiff "Adler-Express" (express-teuer und express-unzuverlässig...) hat uns in Wittdün abgesetzt, wo wir gleich am Hafen von Marc, dem Fahrradverleiher empfangen wurden.

Amrum mit dem Fahrrad - das war genau richtig. Wenn man so wie wir, nur begrenzt Zeit hat um die Insel zu erkunden, dann sind "die Stöcke einfach zu langsam". Wir wären in den 3 1/2 Stunden nicht sehr weit gekommen. So aber haben wir die ganze Insel umrundet. War eine suuuuper Tour.

Die Landschaft auf Amrum sieht komplett anders aus wie auf Sylt. Grüner und flacher auf der Ostseite, viel mehr Sand auf der Westseite. Und es gibt auf Amrum einen großen Wald, welchen wir mit dem Fahrrad durchquert haben. Klasse.

Hier seht ihr die unendliche Dünenlandschaft von Amrum. Betreten verboten, nur auf den eigens angelegten Stegen ist das Laufen erlaubt. Und Radfahren geht gar nicht. An diese Dünen schließt sich dann noch ein bis zu 1 1/2 Kilometer breiter Kniepsandstrand an.

Birgit und Ulrike

Eigentlich schade, dass die tolle Insel nicht AUTOFREI ist...

...wo hat man denn im Auto schon jemals so glückliche und entspannte Gesichter gesehen???

Und als sich dann am Nachmittag auch noch alle Wolken verzogen hatten, war unser Glück perfekt. Hier seht ihr den Leuchtturm von Amrum, der Größte unter den nordfriesischen Leuchttürmen und auch einer der ältesten.

Hier waren wir bereits wieder auf dem Schiff zurück nach Sylt. Ein letzter Blick auf Wittdün, welches im Abendrot erglühte.

http://www.myvideo.de/watch/5495325/Blick_auf_AMRUM

...und um dem Ganzen noch eine Krone aufzusetzen, haben wir diesen phantastischen, einmaligen, traumhaften, phänomenalen Sonnenuntergang erlebt.

5. Tag

Heimreise

Hier gibt es nicht mehr viel zu berichten.

Geflogen sind wir wieder mit Easyjet...

   

...und die beiden Piloten haben ihre Sache gut gemacht :-)

(An dieser Stelle ein dickes DANKESCHÖN an Juliane und Ulrike, dass sie es im Flieger neben mir ausgehalten haben...:-))))

Fazit:

...wir kommen bestimmt wieder!!!!!!!